Im Alltag von Apotheken und Sanitätshäusern zählt jede Sekunde – am HV, im Backoffice oder bei der Beratung im Nebenraum. Drucker sind dabei mehr als „nur“ Peripherie: Sie entscheiden, wie schnell eRezepte eingelöst, Abgabebelege ausgegeben oder Kostenvoranschläge an Kostenträger geschickt werden. Damit das reibungslos klappt, brauchst du zwei Druck-Welten im Blick: kompakte Bondrucker für den täglichen Thekenbetrieb und A4-Drucker für Formulare mit Archivanspruch. In diesem Beitrag bekommst du eine klare Orientierung, worauf es technisch, rechtlich (DSGVO) und im Betrieb (TSE, Schnittstellen, Hygiene) ankommt – plus eine Checkliste für die Modellwahl und Tipps für Service, Fernwartung und Finanzierung.
Bon vs. A4: Was druckst du wo?
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Bondrucker (Thermodirekt, 80/58 mm)
- Typische Einsatzfälle: Kassenbelege, eRezept-Token-Ausdrucke/Einlösebelege, Abholscheine, einfache Kundeninformationen am HV.
- Vorteile: Sehr schnell, leise, kompakt, niedriger Energiebedarf, wenig Wartung.
- Einschränkungen: Thermodruck verblasst langfristig, daher nicht ideal für archivpflichtige Dokumente.
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A4-Formulardruck (Laser oder Tintenstrahl mit pigmentierter Tinte)
- Einsatzfälle: Abgabebelege für die Ablage, Kostenvoranschläge, Lieferscheine, Korrespondenz mit Kostenträgern, Dokumente mit längerer Aufbewahrung.
- Vorteile: Langlebige Lesbarkeit, professionelle Darstellung (Briefkopf, Logos), Heften/Scannen einfach.
- Einschränkungen: Größer, lauter, höhere Betriebskosten pro Seite als ein Bon, dafür rechtssicherer bei Archivierung.
Tipp: In der Praxis ist die Kombination aus schnellem 80-mm-Bondrucker am HV und einem zentralen A4-Drucker im Backoffice die effizienteste Lösung. Für kleinformatige Übergabebelege unterwegs (z. B. in Beratungskabinen) kann ein zusätzlicher, leiser Bondrucker mit WLAN/Bluetooth sinnvoll sein.
eRezept-taugliche Druckqualität: QR/Datamatrix scharf und zuverlässig
Das eRezept setzt auf 2D-Codes (Datamatrix/QR). Entscheidend ist die scannbare Qualität:
- Auflösung: Mindestens 203 dpi beim Bondrucker. Für sehr kleine, dichte Codes oder Logos im Beleg kann 300 dpi zusätzliche Sicherheit bringen.
- Kontrast & Dichte: Sattes Schwarz, nicht zu „hell“ gedruckt. In den Druckereinstellungen ggf. die Schwärzung erhöhen. Vermeide Thermopapier mit grauem Untergrund.
- Modulgröße: Der Code sollte nicht „zu klein“ ausfallen. In vielen Warenwirtschaften lässt sich die Codegröße konfigurieren – lieber etwas größer, damit Scanner sicher lesen.
- Randzone (Quiet Zone): Rund um den Code genügend freien Rand lassen; keine Texte oder Linien, die den Code „berühren“.
- Druckgeschwindigkeit vs. Qualität: Extrem hohe Geschwindigkeiten können zu Artefakten führen. Für eRezept-Ausdrucke ggf. moderat drosseln.
Für A4-Ausdrucke (Kostenvoranschläge, Belege) sorgen Laserdrucker oder pigmentierte Tinte für dauerhaft scharfe Codes – ideal, wenn Dokumente länger aufbewahrt werden müssen.
Lesbarkeit und Haltbarkeit: Thermopapier richtig wählen
Thermodruck ist ideal für den schnellen HV, aber: Hitze, UV-Licht und Chemikalien können Belege ausbleichen lassen.
- Papierqualität: Nutze BPA-/BPS-freies Thermopapier mit Schutzschicht („Top Coated“) für längere Lesbarkeit.
- Aufbewahrung: Belege nicht direktem Sonnenlicht oder hoher Wärme aussetzen. Für interne Dokumentation: Scannen oder A4-Duplikat nutzen.
- Archivbedarf: Alles mit längerer Aufbewahrungsfrist lieber auf A4 (Laser/pigmentiert) ausgeben oder digital archivieren (gemäß den rechtlichen Vorgaben deiner Branche).
So stellst du sicher, dass eRezept-Token, Abgabebelege und Kundennachweise jederzeit lesbar bleiben.
DSGVO und TSE in der Praxis: Was muss auf den Beleg?
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DSGVO-konforme Belege:
- Nur notwendige personenbezogene Daten drucken (Datenminimierung).
- Keine sensiblen Diagnosen oder Hinweise, die nicht zwingend erforderlich sind.
- Sichere Druckumgebung: Druckwarteschlangen regelmäßig leeren, Fehldrucke datenschutzkonform entsorgen (z. B. in verschlossenen Behältern).
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TSE-konforme Kassensysteme:
- Im Einzelhandelsteil von Apotheken/Sanitätshäusern gelten KassenSichV und TSE. Der Drucker selbst ist nicht „TSE-pflichtig“, muss aber die Belegdaten, Signaturen und QR-Elemente zuverlässig darstellen.
- Achte darauf, dass dein Bondrucker ESC/POS-kompatibel ist, damit Kassen- und Warenwirtschaftssysteme TSE-relevante Belegdaten formatiert, signiert und sauber ausgeben können.
- Prüfe in deiner Software, ob alle Pflichtangaben (z. B. Seriennummer TSE, Signaturzähler) auf dem Beleg vollständig erscheinen.
Kurz gesagt: Die Kasse braucht die TSE – der Drucker muss zuverlässig drucken, was die Kasse liefert.
Schnittstellen und Treiber: USB, LAN, WLAN, Bluetooth und ESC/POS
- USB: Robust und günstig. Ideal für stationäre HV-Plätze. Achte auf stabile Kabelwege und ausreichende Kabellänge.
- LAN (Ethernet): Perfekt für mehrere Kassenplätze – der Drucker hängt im Netzwerk und kann von mehreren Arbeitsplätzen genutzt werden. Statische IP oder DHCP-Reservierung empfehlen sich.
- WLAN: Flexibel ohne Kabelsalat. Wichtig: gutes WLAN, feste SSID, idealerweise 5 GHz, und eine saubere Netzwerkkonfiguration. Perfekt für mobile Thekeninseln.
- Bluetooth: Praktisch für mobile Beratung oder iPad-Kassen. Achte auf kompatible Bluetooth-Profile (z. B. MFi für iOS, falls erforderlich).
- Treiber & Protokolle:
- ESC/POS-Kompatibilität ist der De-facto-Standard für Bondrucker.
- OPOS/JavaPOS/Windows-Treiber erleichtern die Einbindung in Warenwirtschaft/Kasse.
- Netzwerkdrucker mit Raw-Port (9100) sind leicht integrierbar; Testseiten und Selftest helfen bei der Inbetriebnahme.
Pro-Tipp: Für maximale Ausfallsicherheit nimm Dual- oder Triple-Interface-Modelle (z. B. USB + LAN + WLAN). So bleibst du bei Änderungen in der IT flexibel.
Must-have-Features für den HV: Auto-Cutter, leise, hygienisch
- Auto-Cutter: Sauber abgetrennte Belege, weniger Papierstau, schnellere Übergabe. Partial Cut verhindert, dass Belege auf den Boden fallen.
- Leiser Betrieb: Gerade in der Offizin ist Akustik wichtig. Achte auf dB-Angaben und Praxisberichte.
- Hygiene & Reinigung:
- Glatte, geschlossene Oberflächen, wenige Fugen, beständig gegen gängige Desinfektionsmittel (Isopropanol/Alkohol).
- Optional: Abwaschbare, antimikrobielle Gehäusebeschichtungen oder Schutzfolien.
- Medienhandling:
- Einfache Papierwechsel-Mechanik („Drop-In“).
- Sensoren für Papierende/Deckel offen und Status-LEDs ersparen Fehlersuche.
- Platz & Montage:
- Kompakte Gehäuse oder Wand-/Untertischhalterungen sparen Thekenfläche.
- Frontausgabe schützt vor Spritzern und passt gut unter Regalböden.
TCO im Blick: Papierkosten, Energie, Wartung – plus Redundanz und Mobilität
- Papierkosten: 80-mm-Rollen sind Standard im HV. 58 mm spart pro Rolle, kann aber durch Umbrüche mehr Laufmeter verbrauchen. Hochkapazitätsrollen reduzieren Wechselzeiten.
- Druckoptimierung: Schärfe und Geschwindigkeit so einstellen, dass Codes top lesbar sind – ohne unnötig viel Schwärzung (spart Thermoschicht und Energie).
- Energie & Wartung: Thermodirekt spart Toner/Tinte; achte auf langlebige Cutter-Einheiten und einfache Reinigung.
- Redundanz:
- Mindestens ein Ersatzdrucker pro Filiale oder ein Modell mit Multi-Interface als Fallback.
- Bei Netzwerklösungen: Druckserver oder direkte IP-Adressierung ohne Single Point of Failure.
- Mobile-Counter-Szenarien:
- Für Beratungskabinen, Abholung am Drive-in oder Hausbesuche eignen sich kompakte, akkubetriebene Bondrucker (WLAN/Bluetooth).
- Prüfe Akkulaufzeit, Gürtel-/Wagenmontage, Drop-Resistance und Hygieneanforderungen.
Integration in TSE-konforme Kassen- und Wawi-Lösungen
Egal ob du eine spezialisierte Apotheken- oder Sanitätshaus-Software nutzt: Achte auf eine saubere Ansteuerung der Drucker aus deiner Kasse/Warenwirtschaft.
- ESC/POS-Profile in der Software aktivieren und Beleglayouts testen (Logo, QR/Datamatrix, TSE-Zeilen).
- Für A4: Standardisierte Druckprofile (PDF, PCL/PS) und feste Vorlagen für Abgabebelege und Kostenvoranschläge.
- Testlauf: eRezept-Token und Einlösebeleg mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen und Scannern prüfen.
- MagicPOS-Kassensysteme mit TSE-Schnittstelle lassen sich in der Regel problemlos mit ESC/POS-Bondruckern und A4-Druckern kombinieren. Dank Fachberatung und Fernwartung werden Treiber, Netzwerk und Beleglayouts auf deine Infrastruktur abgestimmt.
Kompakte Checkliste zur Modellwahl
- Einsatzort: HV, Backoffice, Beratungskabine, mobil?
- Druckformat: 80 mm Bon, 58 mm Bon, A4 für Formulare/Archiv?
- eRezept-Qualität: Mind. 203 dpi (besser 300 dpi bei kleinen Codes), kontrastreich, ruhiger Lauf.
- Schnittstellen: USB, LAN, WLAN, Bluetooth – ideal im Doppel-/Dreifach-Interface.
- Treiber/Protokolle: ESC/POS, OPOS/Windows-Treiber, Raw-Port 9100 im LAN.
- Features: Auto-Cutter, leiser Betrieb, Status-LEDs, Drop-In-Papierwechsel.
- Hygiene: Glatte, desinfektionsbeständige Oberflächen, ggf. Schutzfolien.
- TCO: Papierkosten, Cutter-Lebensdauer, Energieverbrauch, Wartungsaufwand.
- Redundanz: Zweitgerät oder Fallback-Schnittstellen, Ersatzrollen-Lager.
- Compliance: DSGVO-konforme Beleginhalte, TSE-Belegdaten vollständig, Softwareseitige Unterstützung geprüft.
- Service: Firmware-Updates, Ersatzteile-Verfügbarkeit, Remote-Support.
- Zukunftssicherheit: eRezept-/TSE-Anforderungen, geplante Software-Updates, Mobile-Szenarien.
Service, Fernwartung und Finanzierung: So gelingt der Rollout
Ein neuer Druckerpark ist kein Hexenwerk – mit dem richtigen Partner geht’s schnell und reibungslos:
- Planung und Beratung: Auswahl passender Modelle (Bon und A4), Interface-Strategie (LAN/WLAN/USB), Hygienekonzept und Redundanz.
- Einrichtung: Vorkonfiguration der Drucker (IP, Treiber, ESC/POS-Profile), Testdrucke mit deinen eRezept-Codes und Beleglayouts, Einweisung fürs Team.
- Fernwartung: Schnelle Hilfe bei Treiberproblemen, Firmware-Updates, Netzwerkanpassungen oder Beleglayout-Optimierungen – ohne Ausfallzeiten in der Filiale.
- Finanzierung: Kauf auf Rechnung oder Ratenzahlung entlasten dein Budget, gerade wenn mehrere HV-Plätze ausgestattet werden sollen.
- Betrieb: Ersatzrollen und Verschleißteile auf Lager, regelmäßige Checks für Cutter und Papierführung, dokumentierte Notfallprozesse für den Fall der Fälle.
Wenn du Unterstützung möchtest: MagicPOS Kassen IT Fachhandel GmbH ist auf fiskalkonforme Kassensysteme und Peripherie spezialisiert – inklusive TSE-Integration, eRezept-tauglichen Druckern, schneller Lieferung, wettbewerbsfähigen Preisen und einem Support, der dich per Fachberatung und Fernwartungspaketen langfristig begleitet. So bekommst du eine Lösung, die heute passt und morgen mitwächst.