Securpharm ist Alltag in der Apotheke: Jede Rx-Packung wird per DataMatrix-Code geprüft und ausgebucht. Damit dieser Prozess sicher, schnell und ohne Frust läuft, brauchst Du Hardware, die zur Apotheke passt – vom 2D-Scanner an HV-Tisch und Warenannahme bis zum Etikettendrucker für Rezeptur-, Preis- und Regaletiketten. Hier erfährst Du kompakt, worauf es technisch ankommt, welche Gerätearten Sinn machen und wie Du Scanner und Drucker reibungslos in Kasse und Warenwirtschaft integrierst – inklusive Einkaufstipps und einer Checkliste für die Beschaffung.
Barcodescanner für Securpharm: Was Du wirklich brauchst
- 2D-Area-Imager statt Laserscanner: Nur ein 2D-Imager liest zuverlässig GS1 DataMatrix-Codes auf Rx-Packungen (plus 1D-Barcodes für PZN & Co.). Vorteil: schnelle Erfassung auch bei schlecht gedruckten, gekrümmten oder spiegelnden Oberflächen.
- Decode-Leistung: Achte auf hohe Bewegungstoleranz (für zügiges „Wischen“ über den Code), große Tiefenschärfe (nah am HV, weiter weg im Wareneingang) und eine klare Zielmarkierung. Multi-Code-Erfassung kann im Wareneingang nützlich sein.
- Hygienegerechtes Gehäuse: Desinfektionsbeständig gegenüber Isopropanol/Ethanol und gängigen Wischdesinfektionen, robuste Bauart (mind. IP42, besser IP54), fugenarme Bauform. Optional: antimikrobielle Oberflächen.
- Ergonomie & Einsatzform:
- HV-Tisch: kabelgebundener Handscanner mit Präsentationsstand (Auto-Trigger) oder kleiner Präsentationsscanner für freihändiges Arbeiten.
- Rezeptur/Labor: kompakter Handscanner mit griffiger Oberfläche; ggf. Vibrationsfeedback für leise Umgebungen.
- Warenannahme: Pistolengriff oder kabelloser Imager (Bluetooth) für mehr Reichweite; Vorsicht bei Funk: Base mit gutem Akku-/Lade-Management.
- Feedback & Workflow: Helles LED-Target, gut hörbarer Beeper (umschaltbar/lautlos), Vibrationsfeedback und klare Status-LEDs helfen beim „Blindscannen“.
- Schnittstellen, die halten, was sie versprechen:
- USB-HID (Tastaturmodus) für Plug-and-Play an den meisten Kassen/WaWis.
- USB-COM/RS232, falls Deine Software serielle Scanner erwartet oder direkte Portsteuerung nutzt.
- LAN/WLAN sind bei Präsentationsscannern seltener, können aber in speziellen Setups sinnvoll sein (z. B. zentrale Admin).
- Für kabellose Scanner: sichere Verbindung (Bluetooth mit verschlüsseltem Pairing), Reichweite passend zum Raum und störungsarme Kanäle.
- Praxisdetail: Stell sicher, dass der Scanner GS1-Parsing korrekt beherrscht (Interpretation von GTIN/NTIN, Seriennummer, Verfalldatum, Charge) und die Daten in Deinem System sauber ankommen. Meist reicht HID, manche WaWis profitieren von seriellen Modi oder herstellerspezifischen Konfigurationen.
Der Securpharm-Prozess in der Praxis
- Wareneingang: Seriennummern prüfen und erfassen; ein schneller 2D-Imager spart Minuten pro Lieferung. Multi-Scan oder Präsentationsmodus beschleunigt das Handling ganzer Kartons.
- Abgabe am HV: DataMatrix-Code scannen, System validiert online über die WaWi (die rechtssichere Kommunikation übernimmt Deine Software). Ein stabiler USB-Scanner minimiert Aussetzer.
- Fallback & Stabilität: Plane stabile Netzverbindungen und stromversorgte USB-Ports ein. Viele WaWis puffern temporär und synchronisieren beim nächsten Online-Zugriff (je nach Anbieter); prüfe die Funktionsweise in Deinem System.
- Dokumentation & Sicherheit: Stelle ein, welche Datenfelder angezeigt/geloggt werden (z. B. GTIN/NTIN, Serial, Expiry, Batch). Ein gutes Scannerprofil reduziert Fehleingaben.
Apothekendrucker im Vergleich: Thermodirekt vs. Thermotransfer
Etiketten sind mehr als „irgendwie klebt’s“. Material und Druckverfahren entscheiden über Lesbarkeit, Haltbarkeit und Compliance.
- Thermodirekt (TD)
- Funktionsweise: Hitze reagiert mit thermosensitivem Etikettenmaterial – kein Farbband nötig.
- Vorteile: Günstig in der Anschaffung, weniger Verbrauchsmaterialien, ideal für hohe Durchsätze bei kurzlebigen Etiketten.
- Einsatz: Preisetiketten, kurzfristige Regaletiketten, temporäre Logistiklabels.
- Einschränkungen: Empfindlich gegen Wärme, UV-Licht, Chemikalien; Schrift kann mit der Zeit verblassen.
- Thermotransfer (TT)
- Funktionsweise: Farbe eines Farbbands (Ribbon) wird per Hitze auf das Etikett übertragen.
- Vorteile: Sehr robuste Drucke, beständig gegen Abrieb, Feuchtigkeit, viele Chemikalien; große Materialauswahl.
- Einsatz: Rezeptur- und Laboretiketten, dauerhafte Regaletiketten, Kühlketten- und Gefahrstoff-Hinweise.
- Ribbon-Auswahl:
- Wachs: gut auf Papier, kostengünstig, mittlere Haltbarkeit.
- Wachs/Harz: Allrounder für Papier und synthetische Materialien, gute Beständigkeit.
- Harz: maximale Beständigkeit, ideal für PE/PP/PET bei Kontakt mit Desinfektionsmitteln/Ölen.
Kurz: Für Rezeptur und dauerhafte Kennzeichnung gehört ein Thermotransferdrucker in die Apotheke; für Preis- und kurzfristige Regalbeschilderung reicht oft Thermodirekt. Viele Apotheken kombinieren beide oder setzen auf Hybridgeräte, die beides können.
Materialien, Kleber und Haltbarkeit
- Etikettenmaterial
- Papier: günstig, gut bedruckbar, für trockene, kurzlebige Anwendungen.
- Synthetisch (PE/PP/PET): reißfest, feuchtigkeits- und chemikalienbeständig; ideal für Rezepturgefäße, Kühlung, Außenflächen.
- Klebstoff
- Permanent: haftet stark auf Glas/Kunststoff; für Rezeptur-/Bestandsetiketten.
- Ablösbar (removable): für Preisetiketten, die spurlos entfernt werden sollen.
- Spezialkleber: Tiefkühlgeeignet oder für niederenergetische Oberflächen (PE-Flaschen).
- Beständigkeit
- Prüfe Beständigkeit gegen Desinfektionsmittel (Isopropanol/Ethanol), Fette/Öle und Feuchtigkeit.
- Temperaturbereich beachten (Kühlschrank/Tiefkühlung).
- Druckqualität
- DPI: 203 dpi reichen für die meisten Preis- und Regaletiketten; 300 dpi sind ideal für kleine Rezepturtexte, Piktogramme und 2D-Codes in kleineren Größen.
Vorlagen und Workflows: So wird Etikettieren stressfrei
- Template-Design
- Inhalte: Name/Herstellung, PZN/Artikelnummer, Haltbarkeit, Charge, Dosierhinweise, Gefahrensymbole, Barcodes/2D-Codes.
- Software: Viele WaWis bieten integrierte Designer; alternativ Etikettensoftware (z. B. mit Datenbankanbindung) für flexible Layouts.
- Variablenfelder: Datum, Chargen, Mitarbeiterkürzel und Mengenfelder als Pflichtfelder anlegen.
- Workflows
- Wareneingang: Scan triggert automatisch Regaletikett-/Preisetikettendruck (Regalplatz, Preis, PZN).
- Rezeptur: Auswahl des Rezepts → Eingabe variabler Daten → Druck auf chemikalienbeständigem Material per Thermotransfer.
- Qualitätscheck: Testdrucke und eine Freigabevorlage reduzieren Fehler; Aufbewahrung von Musteretiketten für Schulungen.
- Druckersteuerung
- Direktdruck aus der WaWi über Treiber (Windows) oder via Netzwerk (RAW/IPP). Achte auf stabile IPs, wenn Du LAN/WLAN-Drucker nutzt.
- Medienkalibrierung: Sensoren für Lücken/Marken kalibrieren, damit die Etiketten exakt an der Schnittkante enden.
Einbindung in Kasse und Warenwirtschaft – sauber und fiskalkonform
- Scanner
- USB-HID für schnellen Start; bei Bedarf auf seriellen Modus (USB-COM/RS232) umstellen.
- Deutsches Tastaturlayout, richtige Terminatoren (Enter/Tab) und GS1-Datenformatierung im Scannerprofil speichern.
- Profile für HV, Wareneingang und Rezeptur getrennt ablegen (unterschiedliche Suffixe/Symbologien).
- Drucker
- TD/TT-Drucker per USB oder LAN anbinden; Treiber installieren, Etikettenformat definieren, Kalibrierung durchführen.
- Für Netzbetrieb statische IPs vergeben; bei WLAN SSID/VLAN und QoS planen.
- Fiskalkonforme Kasse (Deutschland)
- Stelle sicher, dass Deine Kassenlösung TSE-konform ist (KassenSichV). Scanner und Drucker werden darüber hinaus wie Peripherie geführt.
- Bon-/Rechnungsdruck läuft separat über den Kassen- oder A4-Drucker; Etikettendrucker bleiben davon entkoppelt.
- IT-Betrieb & Wartung
- Fernwartungspakete sparen Wegezeiten: Remote-Setup, Profiländerungen, Firmware-Updates.
- Backup: Scanner-Konfig-Codes und Etikettenvorlagen versionieren und zentral ablegen.
Hygiene, Robustheit und Alltagstauglichkeit
- Reinigung: Geräte mit glatten, geschlossenen Flächen wählen; Freigaben für alkoholbasierte Wischdesinfektion beachten.
- Kabelmanagement: Winkelstecker und Halterungen reduzieren Zugbelastung; am HV Tisch auf stolperfreie Führung achten.
- Ersatz & Redundanz: Einen Reserve-Scanner und ein Set Ersatzbänder/Etiketten vorrätig halten, gerade für Rezepturspitzen.
- Geräuschkulisse: Beeper und Tastentöne an die Offizin anpassen (laut/leise/vibration), damit der Betrieb patientenfreundlich bleibt.
Kompakte Checkliste für die Beschaffung
Scanner (Securpharm)
- 2D-Area-Imager mit GS1 DataMatrix, 1D/2D-All-in
- Desinfektionsbeständiges, robustes Gehäuse (mind. IP42, besser IP54)
- Ergonomie passend zum Einsatz (HV/Wareneingang/Rezeptur), Präsentationsmodus
- Feedback: Beeper, LEDs, optional Vibration
- Schnittstelle: USB-HID, optional USB-COM/RS232; kabellos nur mit sicherer Base/Pairing
- GS1-Parsing und korrektes Keyboardlayout
- Profile/Setups per Konfig-Barcodes speicherbar
Drucker
- Verfahren je nach Einsatz: Thermodirekt (Preis/Regal, kurzlebig) und/oder Thermotransfer (Rezeptur, langlebig)
- Auflösung: 203 dpi (Standard) oder 300 dpi (feiner Text/2D)
- Medien: Papier vs. PE/PP/PET; Kleber permanent/ablösbar; ggf. tiefkühltauglich
- Ribbons: Wachs, Wachs/Harz, Harz – abhängig von Material und Chemikalienkontakt
- Schnittstellen: USB, LAN (statische IP), optional WLAN
- Treiber/Kompatibilität zur WaWi, Etikettenkalibrierung, Cutter/Peeler nach Bedarf
Integration & Betrieb
- Saubere Anbindung an Kasse/WaWi; TSE-konforme Kassensoftware vorhanden
- Vorlagen-Workflow definiert (Pflichtfelder, Testdrucke, Freigaben)
- Fernwartung, Firmware- und Treiber-Update-Konzept
- Ersatzmaterialien und Reservegerät vorhanden
- Schnelle Inbetriebnahme geplant (Konfig-Codes, IP-Plan, Benutzerrechte)
Einkauf & Service
- Lieferung schnell verfügbar (idealerweise ab Lager)
- Finanzierung flexibel: Kauf auf Rechnung oder Ratenzahlung
- Fachberatung, Einrichtungsservice und Fernwartungspakete
Schnellstart: Inbetriebnahme in unter 60 Minuten
- Scanner einrichten
- Auspacken, USB anschließen, Grundfunktion prüfen (HID).
- Konfigurationsbarcodes scannen: deutsches Layout, Suffix „Enter“, GS1-Parsing aktivieren, ggf. Präsentationsmodus.
- Test: Securpharm-Code scannen, in der WaWi Felder prüfen.
- Drucker einrichten
- Medien (Etiketten + ggf. Ribbon) einlegen, Sensoren kalibrieren.
- Treiber installieren, Etikettenformat (Breite/Höhe, Lücken/Blackmark) einstellen.
- Testetikett drucken; in der WaWi Vorlage zuordnen.
- Workflow-Probe
- Wareneingang: Karton testen – Scan → automatischer Regaletikett-Druck.
- HV: Rx-Packung scannen, Online-Prüfung beobachten; Bonlauf getrennt prüfen.
- Rezeptur: Musteretikett mit variablen Feldern (Charge, Haltbarkeit) drucken.
- Dokumentation
- Kurzanleitung mit Screenshots/Barcodes für das Team.
- Konfigurationsdateien/Barcodes zentral sichern.
Wenn Du Dir Beratung, Konfiguration und schnellen Versand aus einer Hand wünschst, lohnt sich der Blick zu einem spezialisierten Kassen- und IT-Fachhandel: wettbewerbsfähige Preise, fiskalkonforme Anbindung an Deine Kasse, Remote-Setup und flexible Finanzierung (Kauf auf Rechnung oder Ratenzahlung) sorgen dafür, dass Securpharm-Prozesse in Deiner Apotheke vom ersten Tag an sicher und schnell laufen.